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Weltbank: Biokraftstoffe schuld an hohen Lebensmittelpreisen

Washington (Reuters) - Die Weltbank hat den Anstieg der Produktion von Biokraftstoffen in den USA und Europa für die weltweit gestiegenen Lebensmittelpreise verantwortlich gemacht.

Der Anteil des Anbaus der Biosprit-Pflanzen an den hohen Nahrungsmittelpreisen betrage 70 bis 75 Prozent, teilte Weltbank-Ökonom Don Mitchell in einer am Montag veröffentlichten Studie mit. Das restliche knappe Viertel ginge auf das Konto des schwächeren Dollars, höherer Energiekosten und gestiegener Dünger- und Transportkosten. Mitchell forderte die Regierungen auf, ihre Biokraftstoff-Subventionen zu überdenken.

In der Studie wurde der Anstieg der Lebensmittelpreise seit 2002 untersucht
de.reuters.com/article/worldNews/idDEBUC91893520080729



Weltbank: Biosprit ist Hauptgrund für den Anstieg der Lebensmittelpreise

Die Nachfrage nach Biosprit hat die weltweiten Preise für Lebensmittel um bis zu 75 Prozent ansteigen lassen. Das ist das Ergebnis eines bislang unveröffentlichten Berichts der Weltbank, der dem Guardian noch rechtzeitig vor dem G8-Gipfel zugespielt wurde, wo es um Klimapolitik und die hohen Preise für Energie und Nahrungsmittel gehen wird.

Für die Befürworter von Biosprit, die damit die Emission von CO2 und die Abhängigkeit vom Öl vermindern wollen, ist das ein herber Schlag, besonders für die US-Regierung, wie der Guardian hervorhebt, wo man den Einfluss der Förderung von Biosprit auf die Nahrungsmittelpreise heruntergespielt hat.

Selbst die wiederholten Dürren in Australien hätten nur einen geringeren Einfluss auf die Nahrungsmittelpreise gehabt. Der wichtigste Faktor sei die Nachfrage nach Biosprit in den USA und in der EU gewesen, sagt der Bericht. "Ohne die Zunahme von Biosprit hätten die Weizen- und Maisvorräte nicht beträchtlich abgenommen und wären die Preisanstiege aufgrund anderer Ursachen mäßig gewesen." Die Preise für Lebensmittel, so schätzen die Autoren des Berichts auf der Grundlage eines Produktkorbs, sind von 2002 bis Februar 2008 um 140 Prozent in die Höhe geklettert.

Höhere Energie- und Düngemittelkosten hätten aber nur einen Anteil von 15 Prozent gehabt, 75 Prozent gehen auf Kosten des Biosprits. In den USA geht bereits ein Drittel des Getreides in die Erzeugung von Ethanol, in der EU wird die Hälfte der pflanzlichen Öle für Biodiesel verwendet. Es wird nicht nur Getreide für Sprit verwendet, sondern auch zunehmend mehr Land für die Treibstoffherstellung genutzt. Dazu kommt die Spekulation an der Börse. Alle drei Faktoren treiben die Preise in die Höhe.
www.heise.de/tp/blogs/2/110431



Tortillas werden zum Luxusartikel


Klimawandel und Hunger - die Lösung des einen Problems droht das andere zu verschärfen. Die Auswirkungen des Booms von Biokraftstoffen spüren ganz besonders die Mexikaner. Mais wird knapp. Und das in einem Land, in dem Maisfladen, die Tortillas, Grundnahrungsmittel sind.

Video : tagesschau

Todeszone durch Biosprit

Im Golf von Mexiko droht durch die Herstellung von Biotreibstoff eine Naturkatastrophe. 20 000 Quadratkilometer Meeresboden sind für Tiere und Pflanzen bereits unbewohnbar.
So groß wie Rheinland-Pfalz ist die „Todeszone“ im Golf von Mexiko – und sie wird sich noch ausweiten. In den Tiefen des Meeres herrscht starker Sauerstoffmangel, sodass Pflanzen und Tiere dort nicht mehr überleben können.

Verantwortlich gemacht wird dafür vor allem der Maisanbau in den US-Staaten Illinois, Iowa, Nebraska und Wisconsin, der der Produktion von Ethanol zur Herstellung von Biosprit dient: Stickstoff und Phosphor aus Düngemitteln gelangen durch Ausschwemmungen über Flüsse ins Meer und verstärken dort das Wachstum von Algen. Sterben sie ab, so verfaulen sie und verbrauchen dabei große Mengen Sauerstoff, der dann den am Meeresgrund lebenden Tieren und Pflanzen fehlt. Die Folge: Kleine Fische, Krabben und andere Ozeanbewohner verlassen die „Todeszone“ – und sterben auf ihrer Flucht. Größere Meerestiere wie beispielsweise Haie haben bessere Überlebenschancen, tauchen nun aber zum Schrecken der Anwohner vermehrt in Küstenbereichen auf.

Expansion der Maisproduktion

Falls die Vereinigten Staaten ihren Maisanbau wie angekündigt bis zum Jahr 2022 weiter ausbauen, droht eine Umweltkatastrophe. Eine Studie, die jetzt in der Online-Ausgabe des „National Journal of Sciences“ veröffentlicht wurde, macht diese Entwicklung deutlich. Simon Donner von der Universität British Columbia in Kanada und Chris Kucharik von der US-Universität Wisconsin untersuchten anhand von Computersimulationen die Effekte des Maisanbaus auf die Meeresgesundheit. Donners Urteil: „Die geplante Expansion der Maisproduktion ist ein Desaster für den Golf von Mexiko.“ Der Mississippi und der Atchafalaya, die beide in den Golf von Mexiko münden, würden dadurch um ein Drittel mehr mit Stickstoff verseucht, als schon heute. Erschwerend kommt hinzu, dass es im Golf schon naturgegeben an Sauerstoff mangelt, weil sich das Süßwasser aus dem Mississippi über das salzhaltige Meereswasser legt und den Austausch des Tiefenwassers mit sauerstoffreichem Oberflächenwasser verhindert.

Dünger, Gülle, ungeklärte Abwässer und Rückstände aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe sind die Hauptverursacher unkontrollierten Algenwachstums. Weltweit gibt es heute mehr als 200 Todeszonen, in denen das Ökosystem Meer aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ihre Anzahl hat sich seit den frühen 1990er-Jahren beinahe verdreifacht. Die größte Todeszone wurde in der Ostsee entdeckt: Auf einem mindestens 70 000 Quadratkilometer großen Gebiet ist hier kein Leben mehr möglich. Das entspricht der Größe Bayerns. Nicht nur für die Meeresökologie, auch für Millionen Menschen hat diese Entwicklung fatale Auswirkungen. Die Bewohner des Golf von Mexiko etwa leben zu einem großen Teil von Fischen und Meeresfrüchten – ihnen wird durch das Tiersterben die Existenzgrundlage entzogen.
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/umweltzerstoerung_aid_264753.html

Wissenschaftler warnen vor Öko-Katastrophe

Forscher machen eine drastische Rechnung auf: Sollte die Biosprit-Produktion in den USA wie geplant steigen, droht dem Golf von Mexiko der Öko-Kollaps. Schuld daran sind Unmengen von Düngemitteln, die über die Flüsse ins Meer gelangen.

Vancouver - Ein Forscherteam von der University of British Columbia und der University of Wisconsin sieht die Öko-Katastrophe heraufziehen. Schuld daran ist der stickstoffhaltige Dünger, der auf den Maisfeldern an den Flüssen Mississippi und Atchafalaya zum Einsatz kommt. Die Nährstoffe gelangen durch die Überdüngung der landwirtschaftlichen Flächen zunächst ins Flusswasser und später ins Meer. Dort angekommen bringt der Stickstoff die Algen zum Wachsen. Wenn diese später absterben und sich zersetzen, brauchen sie dafür Sauerstoff - und der fehlt dann den Fischen.

Bereits jetzt gibt es an der Mündung des Mississippi eine große "Todeszone" von den Ausmaßen her vergleichbar mit Bundesländern wie Sachsen-Anhalt oder Hessen. In dem Meeresgebiet lebt rein gar nichts mehr. Der Sauerstoffgehalt am Meeresboden liegt an vielen Stellen bei Null. Auch aus der Ostsee sind großflächige Bereiche dieser Art bekannt. Die Forscher warnen nun, dass die "Todeszone" im Golf von Mexiko noch weit größer wird, wenn die USA ihre Ziele für die Produktion von Biosprit wie geplant weiter verfolgen. Insgesamt drohe der Stickstoffeintrag in das Meeresgebiet über Mississippi und Atchafalaya in den nächsten Jahren um ein Drittel zu steigen.
Eigentlich hatte die US-Regierung aber sinkende Belastungen versprochen. Doch die Gegenmaßnahmen, so sagt Simon Donner, einer der beteiligten Forscher, würden zu 95 Prozent scheitern. Sein trauriges Fazit: "Alle Organismen am Meeresgrund werden wahrscheinlich sterben, und Fische werden abwandern, wenn es geht."
Häufig negative Ökobilanz beim Biospritanbau
Immer wieder berichten Wissenschaftler über negative Folgen des Biospritbooms, oft aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Ebenfalls die Stickstoffdüngung im Blick hatte ein Team um den Nobelpreisträger Paul Crutzen. Die Forscher hatten im vergangenen Jahr festgestellt, dass durch den Dünger auf den Feldern größere Mengen des Treibhausgases Lachgas (N2O) entstehen. Dadurch kämen ganz andere Werte bei der Berechnung des positiven Effekts des Biosprits zustande. Sehr häufig falle die Ökobilanz dadurch negativ aus: Bei Raps-Diesel könne die Treibhauswirkung daher im Extremfall sogar um 70 Prozent höher liegen als bei konventionellem Treibstoff.
Andere Studien kritisierten neben der Düngerbelastung auch den Landverbrauch durch die Biospritproduktion. So hatte Timothy Searchinger von der Princeton University argumentiert, dass durch die Verbrennung von Urwäldern zur Schaffung zusätzlicher Anbauflächen große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid entstünden. Das sei besonders problematisch, weil in den Plantagen mit Energiepflanzen zur Spritherstellung weitaus geringere Mengen des Klimagases gebunden würden, als es in den gerodeten Waldgebieten der Fall gewesen wäre.
Quantifiziert hatte diesen Effekt unter anderem Joseph Fargione von der Nature Conservancy in Minneapolis. Er hatte herausbekommen, dass schon bei der Verwandlung natürlichen Graslands in Energieäcker 93-mal mehr Kohlendioxid frei wird als später jährlich durch die Herstellung des pflanzlichen Kraftstoffs gespart wird: "Somit wird für die kommenden 93 Jahre der Klimawandel durch Biosprit verschlimmert."
Noch fundamentaler ist die Kritik von Forschern wie John Beddington, Experte für erneuerbare Ressourcen und seines Zeichens Chefwissenschaftler der britischen Regierung. Er argumentiert - wie viele Entwicklungsländer (mehr...) -, dass die landwirtschaftlichen Anbauflächen schlicht zu kostbar für Energiepflanzen seien. In Zeiten weltweit steigender Bevölkerungszahlen und Lebensmittelpreise sollte Ackerland nicht für die Biosprit- sondern viel dringender für die Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden: "Die Ernährungskrise schlägt schneller zu als der Klimawandel."
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,540573,00.html

Mais hat sich seit April 2006 verdoppelt



Weizen hat sich seit April 2006 mehr als verdreifacht



Raps hat sich seit April 2006 mehr als verdoppelt



Palmöl hat sich seit Juli 2007 fast vervierfacht



Soja hat sich seit April 2006 fast verdreifacht



Umweltzerstörung in Indonesien
Palmöl killt den Regenwald

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt wegen der rasanten Zerstörung der Torf-Wälder in Indonesien Alarm. Durch die Urwaldzerstörung entstünden jedes Jahr 2,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2), mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen, teilte die Organisation in Kuala Cenaku auf der indonesischen Insel Sumatra mit. Damit ist Indonesien nach den USA und China weltweit der drittgrößte Erzeuger von Treibhausgasen.
 
Um Platz für Palmölplantagen zu machen, wird auf Sumatra nach Angaben von Greenpeace pro Stunde eine Waldfläche größer als 300 Fußballfelder abgeholzt. "Palmölplantagen in indonesischen Torfgebieten sind globale Klimakiller", sagte Greenpeace-Sprecher Björn Jettka auf Sumatra. "Das Leben in den Urwäldern Indonesiens wird auch für den deutschen Palmöl-Bedarf vernichtet."
 
Der indonesische Urwald ist einer der wichtigsten CO2-Speicher der Welt. Der Moor-Torf-Boden speichert mehr Kohlenstoff als andere Landökosysteme, berichtet Greenpeace. Die feuchten Torfschichten sind bis zu zehn Meter tief und bis zu 10.000 Jahre alt. Zum Plantagenanbau werden Kanäle gezogen, um den Boden zu entwässern. Dann trocknet der Torf aber aus und setzt CO2 frei. Außerdem gerät der Boden ausgetrocknet wesentlich leichter in Brand. Die Umweltorganisation baut in der Provinz Riau zurzeit mit 60 Helfern einen Damm, um die Entwässerung der Torfflächen aufzuhalten.
 
Greenpeace forderte Indonesien auf, die Einschläge in den Torf- Moor-Wäldern zu verbieten. Die Organisation appellierte an die Regierungen der Welt, bei der Klimakonferenz auf Bali die Urwälder weltweit unter Schutz zu stellen. Auf Bali verhandeln die Regierungen im Dezember über ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen.
http://www.n-tv.de/872186.html



Video : Palmöl aus Indonesien

Biotreibstoff aus Nahrung verletzt Menschenrecht

Wer potentielle Lebensmittel zu Biosprit verarbeitet, der verletzt nach Ansicht des Uno-Experten Jean Ziegler das Menschenrecht auf Nahrung. Abhilfe soll ein fünfjähriges Moratorium schaffen. Doch die Industrie winkt ab.

Genf - Das Menschenrecht auf Nahrung werde massiv verletzt, sagte der Schweizer Jurist und Soziologe Jean Ziegler vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Ziegler hatte am Montag seinen Bericht über das weltweite Recht auf Nahrung veröffentlicht. Nun setzt er sich dafür ein, die Umwandlung von Nahrungsmitteln in Biotreibstoff vorerst zu stoppen. Mit Hilfe eines fünfjährigen Moratoriums solle nach alternativen Möglichkeiten zur Gewinnung von Biotreibstoff gesucht werden.

Ziegler erklärte, die von den USA und der EU geplante Steigerung der Biotreibstoffproduktion könne nicht durch landwirtschaftliche Produktion in den Industrieländern erreicht werden. Deswegen würden die Staaten des Nordens auf Länder der südlichen Hemisphäre ausweichen. Zwar könne Biotreibstoff durchaus auch positive Effekte auf den Klimawandel haben. "Es ist jedoch inakzeptabel, dass die steigende Produktion von Biotreibstoff zu mehr Hunger führen könnte." Doch selbst die positiven Effekte der vermeintlichen Ökotreibstoffe werden von Forschern immer wieder in Frage gestellt.

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie lehnte Zieglers Forderung nach einem Moratorium umgehend ab. "Auch wenn in Europa weniger Raps und Zuckerrüben für Biokraftstoffe verwendet würden, gelangen nicht mehr Nahrungsmittel zu den hungernden Menschen", erklärte Verbandschef Arnd von Wissel. Biokraftstoffe böten den Entwicklungsländern sogar Chancen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Vermeidung von Hunger.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,540848,00.html

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Von: Ben Wikler - Avaaz.org
Datum: 13.03.2008 18:34:41
An:
petra-moll@arcor.de
Betreff: Biosprit - Die falsche Antwort auf den Klimawandel
 
  Liebe Avaaz-Unterstützer

Die rasant steigende Nachfrage nach Biosprit in der EU und der USA lässt sowohl die Nahrungsmittelpreise als auch die Kohlendioxidemissionen in die Höhe schnellen. Erst der Teller, dann der Tank – Schließen Sie sich der Forderung nach weltweiten Nachhaltigkeitsstandards an, um bei der Biosprit-Industrie endlich sauber zu machen:
Senden Sie Ihre Botschaft hier
Mehr als 850 Millionen Menschen gehen jeden Tag hungrig schlafen 1. Rund um die Welt sind die Nahrungsmittelpreise rasant in die Höhe geschnellt und das hat verheerende Folgen. Massenproteste von Mexiko bis nach Indonesien2 und 2.5 Millionen Afghanen3 sind vom Hunger bedroht. Das UNO-Welternährungsprogramm warnt, dass der steigende Getreidepreis schon jetzt beängstigende Auswirkungen auf die weltweiten Notvorräte für die Ärmsten hat. 4

Wie antworten die reichen Industriestaaten auf die Katastrophe? Sie verbrennen Nahrung.

Insbesondere werden immer mehr Biotreibstoffe, Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren in Autos oder Heizungen, die aus Biomasse hergestellt werden, verwendet. Biosprit wird als wichtiges Mittel im Kampf gegen den Klimawandel gehandelt. Doch in Wirklichkeit werden riesengroße Waldflächen gerodet, um die Energieträger auf pflanzlicher Basis anzubauen, so dass viele herkömmliche Biotreibstoffe eine negative Klimabilanz aufweisen.5 Zudem verursacht der Trend zur Erzeugung von Treibstoffen aus Agrarprodukten einen Preisanstieg bei den Lebensmitteln.6

Nicht alle Biokraftstoffe weisen eine negative Treibhausgasbilanz auf, doch nur mit internationalen Standards können wir sicherstellen, dass Ernährungssicherheit und Umweltschutz nicht durch den Biosprit-Boom gefährdet werden. Benützen Sie folgenden Link, um Ihrem Staatschef noch vor der Klimakonferenz dieses Wochenende in Chiba, Japan, eine dringende Botschaft zu übermitteln. Schließen Sie sich noch heute unserem weltweiten Aufruf nach Nachhaltigkeitsstandards für Biotreibstoffe an:

http://www.avaaz.org/de/biofuel_standards_now/13.php

Bei manchen Biotreibstoffen sieht die Bilanz traurig aus. Die Tankfüllung eines Geländewagens mit Ethanol benötigt soviel Mais, um eine Person ein Jahr lang ernähren zu können.7 Besser sieht die Bilanz bei Ethanol aus Zuckerrohr aus, wie es etwa in Brasilien angebaut wird und die Verbesserung der Technologie für Kraftstoffe der zweiten Generation, bei deren Herstellung auch Rest- und Abfallstoffe verarbeitet werden, ist bemerkenswert.

Trotz aller Skepsis erhöhen die EU und die USA die Vorgaben für den Anteil von Biokraftstoffen ohne die Spreu vom Weizen zu trennen. Daraus resultieren in Südostasien landwirtschaftliche Monokulturen anstelle von tropischen Regenwäldern, um Palmöl für deutsche Heizkraftwerke herzustellen8 und zugleich vermindern sich weltweite Getreidereserven auf ein gefährliches Niveau. Indessen verleihen Biotreibstoffe den westlichen Regierungen ein "grünes" Image, da sie den Anschein erwecken, den Umfang des von unseren Autos freigesetzten Kohlenstoffs (CO2) zu reduzieren. Zudem befindet sie die Agro-Branche in einem wahren Goldrausch. 9

Wir brauchen weltweite Nachhaltigkeitsstandards, welche die richtige Pflanze am richtigen Ort fördern und den Handel deren mit einer negativen Energiebilanz unterbinden. Solche Standards werden von verschiedenen Gruppen erarbeitet, doch können sie nur in Kraft treten, wenn die Politik mitmacht. Es wird Zeit etwas zu unternehmen. Dieses Wochenende treffen sich die 20 größten Industriestaaten, welche zusammen für mehr als 75% der Kohlendioxidemissionen verantwortlich sind, in Chiba, Japan, um die G8 Klima-Gespräche zu beginnen. Zusammen senden wir ihnen eine dringende Botschaft zur Einrichtung von weltweiten Nachhaltigkeitsstandards für Biokraftstoffe:

http://www.avaaz.org/de/biofuel_standards_now/13.php

Dieser Aufruf allein kann sicherlich nicht die Hungerkrise beenden oder den Klimawandel aufhalten, doch es ist ein wichtiger Schritt! Indem wir die falschen Lösungen von unseren Regierungen mit konkreten Vorschlägen konfrontieren, demonstrieren wir ihnen unseren Willen nach einem nachhaltigen Prozess.

Es wird Zeit, dass das Leben unserer Mitmenschen geachtet wird und dass unser Planet den Vorrang über Politik und Profitgier genießt. Es wird einen harten Kampf erfordern. Aber er muss geführt werden.

Hoffnungsvoll

Ben, Ricken, Iain, Galit, Paul, Graziela, Pascal, Esra'a, Milena – das Avaaz Team

Quellen:

[1] UN-Welternährungsprogramm Fakten:
http://www.wfp.org/german/?n=21

[2] Hungerkatastrophe durch Biospritboom, Der Standard, 17. November 2007:
http://www.wfp.org/german/?NodeID=43&k=266

[3] Die Rückkehr des Hungers - Zum Leben zu wenig, Sueddeutsche Zeitung, 26. Februar 2008:
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/791/160354/?page=4

[4] Die Rückkehr des Hungers - Zum Leben zu wenig, Sueddeutsche Zeitung, 26. Februar 2008:
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/791/160354/?page=4

[5] Biosprit schädlicher als herkömmliches Benzin, Die Welt, 9. Oktober 2007:
http://www.welt.de/wissenschaft/article1246835/Biosprit_schaedlicher_als_herkoemmliches_Benzin.html

[6] Hungerkatastrophe durch Biospritboom, Der Standard, 17. November 2007
http://www.wfp.org/german/?NodeID=43&k=266

[7] In English: The Economist: "The end of cheap food." 6 December 2007. http://www.economist.com/opinion/displaystory.cfm?story_id=10252015

[8] Biosprit zerstört Regenwald, Focus.de:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-6666/biokraftstoffe_aid_64516.html

[9] Die Branche im Goldrausch, Focus.de:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-6666/biokraftstoffe_aid_64515.html


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