Texas fürchtet Katastrophe wie im Jahr 1900
Der Galveston-Sturm vom 8. September 1900 gilt als die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte der USA. Als der Hurrikan die Hafenstadt im US-Bundesstaat Texas verwüstete, kamen Tausende ums Leben. Die genaue Zahl der Opfer wurde nie festgestellt. Sie schwankt je nach Quelle zwischen 6000 und 12.000 Menschen, die meisten gehen von 8000 aus.
| Derzeitiges Bild von Ike |
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Der Hurrikan zerstörte mindestens 3600 Häuser. Das Hurrikan-Zentrum der USA gibt die Schadenshöhe nach dem Währungswert von 2004 mit mehr als 43,5 Milliarden US-Dollar an. Die Stadt liegt auf einer schmalen Insel, etwa 80 Kilometer südlich der texanischen Metropole Houston. Galveston hatte vor dem Hurrikan etwa 40.000 Einwohner, ein Drittel davon deutsche Einwanderer, die zum Teil in deutschen Turn- und Gesangsvereinen organisiert waren. Es war der drittgrößte Hafen der USA und der weltgrößte Umschlagplatz für Baumwolle.
Der Sturm verwüstete die "Wall Street des Westens" genannte Wirtschaftsmetropole mit durchschnittlich 200, in Böen bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Der Wind riss im Hafen vertäute Schiffe los, hob Dächer ab, drückte Hauswände ein und wirbelte Ziegel und Bretter durch die Luft. Noch verheerender als der Wind war die mehr als vier Meter hohe Flutwelle, die der Sturm vor sich hertrieb. Brücken stürzten ein, Züge wurden von den Gleisen geschwemmt. Die Flutwelle schob Hausteile, Bäume, Menschen und Tiere landeinwärts, wo ein Wall aus Trümmern und Leichen zurückblieb.
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Hurrikan "Gustav" gewinnt vor Kuba weiter an Stärke
Miami (Reuters) - Der Hurrikan "Gustav" hat auf seinem Weg zum Westen Kubas an Stärke gewonnen.
Das Nationale Hurrikan-Beobachtungszentrum (NHC) der USA stufte den Wirbelsturm am Samstag in die dritte von fünf Kategorien hoch. Dies bedeutet, dass in dem Wirbel Windgeschwindigkeiten von mehr als 185 Kilometern pro Stunde gemessen wurden. Er gilt damit bereits als schwerer Hurrikan. Das NHC rechnet damit, dass er bis Montag die Kategorie vier erreichen könnte.
Am Freitag war "Gustav" über die Kaiman-Inseln westlich von Jamaika hinweggefegt. Auf seinem Weg durch die Karibik hat er vermutlich bereits 77 Menschen das Leben gekostet. "Gustav" war am Freitag vom Tropensturm zu einem Hurrikan heraufgestuft worden.

Und der Tropensturm "Hanna" ist bereits auch im Anmarsch (rechts)
www.goes.noaa.gov/browse.html
Von Kuba aus wird der Sturm voraussichtlich durch ein Gebiet mit zahlreichen Ölförderanlagen im Golf von Mexiko Kurs auf die US-Küste nehmen. Am Sonntag werden seine Ausläufer an der Südspitze Floridas erwartet.
Nach seinem Weg durch den Golf von Mexiko dürfte "Gustav" Prognosen zufolge am Dienstagmorgen westlich von New Orleans auf das Festland treffen. Der Küste drohen dabei Sturmfluten zwischen fünf und neun Metern. Am Samstag sollte mit der Evakuierung von Küstenorten in den US-Bundesstaaten Texas, Louisiana, Mississippi und Alabama begonnen werden.
Bedroht ist auch wieder die Stadt New Orleans, die der Hurrikan "Katrina" vor genau drei Jahren verwüstet hatte. "Katrina" war zunächst ein Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf gewesen, bevor er sich bis zu seinem Auftreffen auf die Küste um zwei Stufen abschwächte. Er drückte Ende August 2005 Wassermassen kilometerweit ins Land, zerstörte Häuser und Brücken. Bei New Orleans brachen mehrere Deiche. Die Stadt wurde zu 80 Prozent überflutet. Rund 1500 Menschen kamen damals ums Leben.
de.reuters.com/article/worldNews/idDEHAG04904820080830
Tropensturm "Gustav" tötet mehr als 50 Menschen

Umknickende Bäume, Überflutungen, Erdrutsche: Die Zahl der Todesopfer durch Tropensturm "Gustav" steigt immer weiter, zuletzt wurden 59 gezählt. In der Nacht verwüste er die Insel Jamaika. Meteorologen erwarten, dass der Sturm an Tempo gewinnt und Richtung USA weiterzieht.
Kingston - Der Tropensturm "Gustav" fordert immer mehr Todesopfer. Allein in Haiti wurden 51 Menschen getötet, hieß es. Zuletzt hatten die Behörden dort von 14 Toten und drei Vermissten gesprochen. Etliche Städte und Ortschaften stehen unter Wasser, viele landwirtschaftliche Flächen wurden vernichtet.
Besonders betroffen ist den Angaben zufolge der Südosten des Landes mit 25 Todesopfern. Die meisten Menschen starben demnach beim Einsturz ihrer Häuser oder wurden von umfallenden Bäumen erschlagen. Auch in der Dominikanischen Republik hatte der Sturm an eine Schneise der Verwüstung geschlagen.
Höchste Alarmstufe in Jamaika
"Gustav" erreichte in der Nacht zum Freitag deutscher Zeit die Karibikinsel Jamaika. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrum hat "Gustav" gegenwärtig Tropensturmstärke, droht aber wieder zum Hurrikan zu werden. Die Behörden riefen im Land die höchste Alarmstufe aus. Auch die Cayman-Inseln waren bedroht. Zuvor waren zehntausende Menschen in Kuba vor dem herannahenden Sturm in Sicherheit gebracht worden.
In Jamaika, das zunächst nicht damit gerechnet hatte, direkt von dem Wirbelsturm getroffen zu werden, liefen hektische Vorbereitungen an. In Geschäften und Supermärkten kam es zu Panikkäufen. In den Zeitungen wurde zum Kauf von Überlebenspaketen aufgerufen.
Unterdessen stellte sich auch der US-Bundesstaat Louisiana auf eine mögliche Ankunft des Wirbelsturmes ein. (mehr...) Die Behörden riefen vorsorglich den Notstand aus. "Gustav" könnte in der kommenden Woche dort aufschlagen, drei Jahre nach der Zerstörung von New Orleans durch Hurrikan "Katrina". Befürchtet wird auch eine Beeinträchtigung der Ölförderung im Golf von Mexiko.
Am Donnerstagmorgen entwickelte "Gustav" in seinem Zentrum bereits Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Der Sturm drehte, nachdem er über den Bergen von Haiti an Kraft und Geschwindigkeit eingebüßt hatte, überraschend nach Süden, so dass er entgegen den ursprünglichen Berechnungen der Meteorologen zu einer unmittelbaren Bedrohung für Jamaika geworden ist.
"Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor"
In den USA sagte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal: "Wir hoffen das Beste, aber wir bereiten uns auf das Schlimmste vor." Die Behörden schließen nicht aus, dass der Sturm als Hurrikan der Stufe drei erneut New Orleans treffen könnte. Heute sei Louisiana jedoch besser als damals vorbereitet, sagte Jindal. Hunderte von Bussen stehen zur Evakuierung bereit, Tausende von Notbetten stünden zur Verfügung. Mit der Ausrufung des Notstandes steht Louisiana umfangreiche Unterstützung aus Washington zu. Dazu gehört auch der Einsatz von 3000 Mitgliedern der Nationalgarde, der Reservearmee der USA.
www.spiegel.de/panorama/0,1518,575090,00.html