Schwarzrost bedroht weltweiten Weizenanbau
Wie wenn die Lebensmittelkrise nicht schon bedrohlich genug ist, wegen der rekordhohen Preise und der Aufstände deswegen in der dritten Welt, jetzt sind die Weizenfelder in Afrika durch den Schwarzrostpilz befallen. Man erwartet einen Totalausfall der Ernte und die Sporen dieser Krankheit Ug99 genannt, verbreiten sich in Richtung Asien. Die Auswirkungen auf den weltweiten Getreidemarkt könnten deswegen fatal sein.
Experten befürchten, der Brotpreis könnte genau so explodieren wie bereits der Preis für Reis, was zu Demonstrationen und Aufständen in vielen armen Ländern geführt hat. Deshalb haben die Reisproduzenten Indien, Ägypten, Vietnam und Kambodscha ihre Exporte eingeschränkt, um die eigene Bevölkerung versorgen zu können und in vielen Ländern greift jetzt der Staat in den Markt ein.
In Vietnam beschützen Soldaten die Reisfelder gegen Diebe. Russland und Pakistan haben angefangen Lebensmittel zu rationieren, in Südkorea hat ein panischer Sturm auf die Nahrungsvorräte die Regale der Supermärkte leergeräumt.
David Kotok, der Vorsitzender von Cumberland Advisors sagt, der tödliche Pilz Puccinia Graminis, verbreitet sich rund um den Globus und “wir erwarten, dass die Ernteausfälle zu 100% sein werden.”
Die Verluste in Afrika haben bereits 70% erreicht, sagt Kotok.
“Die wirtschaftlichen Verluste durch die Pilzkrankheit werden Milliarden betragen und weiter steigen. Schlimmer noch, es besteht die Gefahr von extremer Lebensmittelknappheit in den armen Ländern der Welt“, schrieb Kotos in einem Forschungspapier.
“Die Auswirkungen sind verheerend. Die Hungeraufstände verbreiten sich rund um die Welt. Die letzten sahen wir in Johannesburg Südafrika.“
“Bis jetzt richten sich die Unruhen gegen die hohen Preise. Die eigentliche Knappheit kommt noch.“
Im letzten Monat trafen sich Wissenschaftler in Nahen Osten um Gegenmassnahmen zu besprechen, wie die Verbreitung von Ug99 eingedämmt werden kann, die Pilzkrankheit die 1999 in Uganda erstmals aufgetreten ist.
Der Schwarzrostpilz verbreitete sich von seinem Ursprung in Afrika nach Asien und ist bereits im Iran und Pakistan angelangt. Erwartet wird, dass Indien und dann weiter China befallen werden. Laut Wissenschaftlern soll der Pilz mit dem Wind übertragen werden, aber es gibt auch Aussagen, dass eine bewusste Verbreitung stattfindet, um die Nahrungsquellen Asiens anzustecken.
Sogar die US-Heimatschutzbehörde hat sich letztes Jahr damit befasst, wie die Einfuhr und Verbreitung der Ug99 Sporen in Amerika zum Zwecke des Terrorismus verhindert werden kann.
Findet hier eine neue Form des Krieges statt, durch die systematische Zerstörung der Landwirtschaft des Feindes und damit Ausrottung der Bevölkerung?
Jedenfalls meldet die FAO, die Lebensmittel und Landwirtschaftsorganisation der UNO, dass 1/4 der globalen Weizenernte durch den Pilz befallen ist.
Die weltweiten Weizenbestände in den Lagern waren seit 50 Jahren nicht mehr so niedrig wie jetzt, wie das US-Landwirtschaftsministerium berichtet.
“Es wird fünft bis acht Jahre dauern, um genetisch veränderte Sorten zu züchten die dagegen resistent sind.” sagt Kotok. In der Zwischenzeit wird die Landwirtschaft erheblich bedroht sein.
Böse Zungen behaupten, die Krankheit ist künstlich in die Welt gesetzt worden, weil der Pilz aus einem Bioforschungslabor in Uganda stammt. Möglicherweise will ein Agrarmulti, wenn die totale Vernichtung der jetzigen Weizensorte stattgefunden hat, seine genetisch veränderte Variante die gegen den Pilz resistent ist dann als Monopolist an alle landwirtschaftlichen Betriebe verkaufen.
Neben der „natürlichen“ Ursache dieser Pilzkrankheit, ist die Vorstellung ungeheuerlich, hier handelt es sich um eine bewusste Aussetzung und rasanten Verbreitung einer Pflanzenkrankheit, entweder als biologische Waffe gegen die Nahrungsquellen des Feindes oder zur Gewinnmaximierung für die Agrarkonzerne. Aber in der heutigen Zeit ist dem Raubtierkapitalismus und globalen Faschismus alles zuzutrauen.
Hier weitere Links zum Thema:
Aggressive Pilze fallen über Weizenfelder her
Schweizer Hilfe gegen Schwarzrost Ug99 (pdf)
Jetzt macht die "Doomsday Vault" oder Weltuntergangstresor für das gesamte Saatgut der Welt einen Sinn. Hier ein Artikel über die Eröffnung. Was in diesem Artikel nicht erwähnt wird, wer hinter diesem Projekt steht und finanziert. Es sind die üblichen Verdächtigen, die Bill & Melinda Gates Foundation mit $37.5 Millionen, dann die Rockefeller Foundation, die Agrarmultis Monsanto, Syngenta und DuPont Pioneer Hi-Breed.
William Engdahl erklärt hier näheres über den " Tresor des jüngsten Gerichts" in der Arktis.
alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/04/schwarzrost-bedroht-weltweiten.html
Schwarzrostpilz
Ein aktuelles Projekt kann die Bedeutung dieser Grundlagenforschung für die globale Versorgung der Menschheit mit Nahrungsmitteln eindrucksvoll belegen. In der Vergangenheit galt der Schwarzrostpilz als der gefährlichste Krankheitserreger des Weizens, unserer weltweit wichtigsten Nutzpflanze. Nachdem es Mitte des letzten Jahrhunderts in Amerika zu verheerenden Rostepidemien und in ihrer Folge zu milliardenschweren Ernteausfällen gekommen war, wurde die Resistenzzüchtung gegen diese Krankheit enorm intensiviert. Anfänglich waren die neuen resistenten Sorten nur wenige Jahre im großflächigen Feldanbau erfolgreich, dann hatte sich der Pilz angepasst und eine neue Rasse entwickelt, die auch auf den neuen Weizensorten wachsen konnte. Erst als es vor über dreißig Jahren in Weihenstephan gelang, ein Rostresistenzgen aus Roggen in den Weizen zu übertragen, gelang dem Rostpilz diese schnelle Anpassung nicht mehr. Der Weizenschwarzrost galt damit als besiegt, und die Züchter wendeten sich anderen Krankheiten zu.
Im Jahr 1999 wurde in Uganda dann aber eine neue Rasse des Weizenschwarzrosts entdeckt, die auch diese Roggengen-basierte Rostresistenz des Weizens gebrochen hat. Seither ist diese Rasse UG99 bereits nach Kenia und Ethiopien gelangt, wo sie zur fast vollständigen Vernichtung der Weizenernte insbesondere der Kleinbauern führte, die sich chemischen Pflanzenschutz mittels teurer Fungizide nicht leisten können. Die neue Rasse UG99 steht jetzt vor dem Sprung über die Arabische Halbinsel. Erreicht sie erst einmal Ägypten und den Nahen Osten, so ist mit einer schnellen Ausbreitung insbesondere nach Südostasien (inkl. der großen Weizenproduzenten Pakistan und Indien, potentiell auch China), aber auch über Marokko nach Südeuropa zu rechnen. Da die Resistenzzüchtung für Schwarzrost aufgrund der enormen Stabilität des Roggengens in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt wurde, droht somit eine weltweit ökonomisch und sozial gefährliche Situation.
Der Entdecker der neuen Rostrasse, Prof. Pretorius aus Südafrika, hat uns nun gebeten zu versuchen, die in unserem Labor weltweit einzigartig etablierte axenische Kultur des Rostpilzes (also eine Anzucht des Pilzes in der Petrischale statt auf Weizenpflanzen) auf diese neue Rasse sowie die Ursprungsrasse, aus der sie durch Mutation entstanden sein muss, zu übertragen. Da wir naturgemäß die neue Rostrasse nicht nach Europa importieren dürfen, ist eine Mitarbeiterin unserer Arbeitsgruppe, Frau Ursula Beike, in Südafrika gewesen, um vor Ort die beiden Rostrassen in axenische Kultur zu nehmen. Dies ist ihr gelungen, und sie hat wertvolle Proben des genetischen Materials mit nach Deutschland gebracht, die wir nun im Labor untersuchen. Gemeinsam planen wir jetzt eine vergleichende molekulare Analyse der beiden Rassen, die es uns erlauben könnte, den Mechanismus der Agressivität der neuen Rasse und somit möglicherweise auch den Grund für die enorme Stabilität des Resistenzgens aus Roggen aufzuklären. Dies könnte wichtige Hinweise geben für die nun angelaufenen, internationalen Bemühungen um eine züchterische Lösung des Problems.
www.uni-muenster.de/Biologie.IBBP/moerschbacher/research.php