TERRA PRETA
Weniger Düngen und Gießen dank der Schwarzen Erde vom Amazonas
Terra Preta ist eine schwarze Erde aus dem Regenwald am Amazonas mit besonderen Eigenschaften:
- Terra Preta ist extrem fruchtbar
- Terra Preta kann Pflanzen bis zu 3 mal so schnell wachsen lassen
- Terra Preta kann den Ertrag um ein mehrfaches erhöhen
- Terra Preta gibt normaler Erde natürliche Regenerationskraft zurück
- Terra Preta ersetzt künstlichen und natürlichen Dünger
| Die seltene Schwarzerde vom Amazonas verdankt ihre besonderen Eigenschaften einer einmaligen Zusammensetzung, die der Regenwald und die Ureinwohner am Amazonas hervorgebracht haben. Terra Preta enthält neben normalem Humus insbesondere Muschelkalk und sehr fein verteilte Holzkohle sowie eine einmalige Kultur an Bodenmikroorganismen. Diese Zusammensetzung bildet die Grundlage dafür, dass die Nährstoffe der Schwarzerde nicht ausgelaugt werden, sondern sich beständig neu bilden können. Sie stehen dem Wachstum der Pflanzen zu jeder Zeit ausreichend zur Verfügung und ermöglichen damit ein schnelleres und kräftigeres Wachstum von Pflanzen. |

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Terra Preta wird seit rund 2000 Jahren von den Ureinwohnern am Amazonas verwendet, heute nutzen ihre Nachfahren Terra Preta für ihre Felder und für den besonders nährstoffaufwendigen Anbau von Mangos und Papayas.
Terra Preta hat sich am Amazonas aber nur an einigen Stellen bebildet und ist daher selten. Plantagen, Treibhäuser oder Pflanzkübel, die aber einmal mit Terra Preta "geimpft" wurden, kommen jahrzehntelang ohne zusätzlichen Dünger aus.
Terra Preta® Nova ist als Superabsorber die moderne und überlegene Variante der Amazonas-Schwarzerde, bei der Fechtigkeitsspeicherfähigkeit, der Nährstoffgehalt und die physikalische Zusammensetzung nach modernen Erkenntnissen optimiert sind.
Die einmalige Geschichte der Terra preta
Schon spanische Seefahrer berichteten im 16. Jahrhundert nach ihrer Rückkehr aus Südamerika von einer blühenden Kultur in Amazonien. Die Dörfer und Städte der damaligen Zeit sollen sich durch Ackerbau ernährt haben, nach Schätzungen und archäologischen Funden sollen bis zu 10 Millionen Menschen in Amazonien gelebt haben.
| Man fragte sich, wie die Ernährung dieser vielen Menschen sichergestellt werden konnte. Die Böden im Regenwald sind viel zu nährstoffarm, um eine solch große Anzahl von Menschen ernähren zu können. Und aus der Erfahrung wusste man, dass brandgerodete Böden sehr schnell ausgelaugt waren. Was ist also das Geheimnis dieser blühenden Kultur und landwirtschaftlichen Nutzung? |
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Archäologische Forschungen und Grabungen im Amazonasgebiet zeigen, dass die alten Indianervölker Amazoniens bereits vor über 2000 Jahren eine nachhaltige Landwirtschaft betrieben haben müssen. Um die Böden ihrer Äcker fruchtbarer zu machen, mischten sie sehr wahrscheinlich verschiedene Hausabfälle unter die unfruchtbare Erde, was die Archäologen aufgrund der vielen gefundenen Tonscherben und Knochen vermuten. Das Ergebnis dieser Bearbeitung ist eine tiefschwarze, humusartige und fruchtbare Erde namens "Terra Preta", zu deutsch schwarze Erde. Archäologen nehmen heute an, dass sich aus dieser einst zufälligen Mischung von Stoffen ein einmaliger mikrobiologischer Lebensraum entwickelt hat, der bis heute besteht. Mittlerweile wurden im gesamten Amazonasgebiet an alten und prähistorischen Siedlungsgebieten Schichten mit Terra Preta entdeckt.
| Es wird davon ausgegangen, dass diese Siedlungen auf erhöhten Ebenen angelegt wurden, um vor den alljährlichen Überflutungen durch den Amazonas geschützt zu sein. Archäologen entdeckten zusätzliche Dämme, von denen angenommen wird, dass sie Verbindungswege zwischen den Siedlungen darstellten. Die frühen Landwirte sollen demnach auch über ein ausgeklügeltes Be- und Entwässerungssystem verfügt haben. Einige der indigenen Völker Amazoniens verfügen noch heute über Begriffe für Kulturpflanzen wie Mais oder Baumwolle, obwohl sie selber als Jäger und Sammler leben. Diese Tatsache wird als weiterer Beweis für die Existenz der frühen nachhaltigen Landwirtschaft Amazoniens gewertet. |

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Das vorhandene Wissen um eine möglicherweise bewusste Herstellung durch Ureinwohner ist aber leider im Laufe der Kolonisierung verloren gegangen, die Terra Preta besteht und wächst aber bis heute weiter.
Das Herzstück der landwirtschaftlichen Hochkultur bleibt jedoch die von Menschen erschaffene, fruchtbare Terra Preta.
ZDF-Reportage 2003
Marc van Roosmalen, Feldforscher am Rio Aripuana, über die Folgen konventioneller Bewirtschaftung:
"Die Indios haben mit der Terra Preta angefangen, um Generationen lang auf demselben Land leben zu können - ohne Brandrodung, wie man es heute macht. Heute hacken die Farmer hier immer neue Felder in den Urwald, bewirtschaften sie für einige wenige Jahre und müssen dann die nächste Fläche roden, weil der Boden unfruchtbar geworden ist. Mit all unseren Kettensägen und Äxten können wir heute offenbar nicht so in Einklang mit der Natur leben - wie diese vermeintlich primitiven Indios der Vergangenheit."
Im einstigen Indianerdorf Nova Olinda entdeckte Marc van Roosmalen das berühmt gewordene neue Zwergseidenäffchen - auf der Plantage von Damião und seiner Frau Valda Maria. Affenforscher van Roosmalen glaubt heute, dass die fruchtbare Terra Preta Erde nicht nur seine Affen retten kann, sondern womöglich den ganzen Regenwald am Amazonas.
Marc van Roosmalen empfiehlt die Verwendung von Terra Preta zur Schonung des Regenwaldes:
"Terra Preta könnte die Zukunft des Regenwaldes verändern. Wenn man weiß, wie sie gemacht wird, könnte man die Leute hier zwingen, wie die Indianer ihre Felder auf Terra Preta anzulegen. Sie bräuchten dann nur ein kleines Stück Land, das man einmal rodet und mit Terra Preta bedeckt. Dann kann man es über Generationen bewirtschaften - ohne weitere Brandrodungen im Regenwald."
Ein Bauer zum Thema:
Damião pflanzt seit Jahren Kaffee, Papaya und andere Tropenfrüchte auf die verlassenen Indio-Felder - gut zu erkennen an ihrer schwarzen Erde, der so genannten Terra Preta. Damião findet dabei immer wieder Überreste indianischer Kultur. Er zeigt van Roosmalen einen Indio-Ofen, in dem sogar noch ein Brot liegt - womöglich über 100 Jahre alt. Es ist mit einer dünnen Schicht Baum-Kautschuk überzogen. Und war umgeben von Terra Preta, der "schwarzen Erde" der Indios. Immer mehr Wissenschaftler finden ähnliche Beweise einer hoch entwickelten Indianer-Kultur, die Francisco de Orellanas Berichte aus dem 16. Jahrhundert endlich bestätigen.
Mit einer Bodenprobe von Damiãos Plantage will Marc van Roosmalen Dicke, Alter und genaue Zusammensetzung der fruchtbaren Indio-Erde Terra Preta bestimmen. Bodenkundler haben inzwischen bestätigt, dass den Indios - durch eine Mixtur aus Muschelkalk und verkohltem Tropenholz - ein kleines Wunder gelang: ein Boden nämlich, den keine Regenzeit auslaugt. Die Indianer wurden damit vor 2000 Jahren sesshaft. Heute werden ihrer Felder von den Caboclos bewirtschaftet - manche schon seit 40 Jahren und ganz ohne Dünger.
Universität Bayreuth, 2002
Dipl. geogr. Gerhard Bechtold:
Terra Preta (do indio) is a black earth-like anthropogenic soil with enhanced fertility due to high levels of soil organic matter (SOM) and nutrients such as nitrogen, phosphorus, potassium, and calcium embedded in a landscape of infertile soils (see soil profiles below). Terra Preta soils occur in small patches averaging 20 ha, but 350 ha sites have also been reported. These partly over 2000 years old man made soils occur in the Brazilian Amazon basin and other regions of South America such as Ecuador and Peru but also in Western Africa (Benin, Liberia) and in the savannas of South Africa. Terra Preta soils are very popularby the local farmers and are used especially to produce cash crops such as papaya and mango, which grow about three times as rapid as on surrounding infertile soils.
Arte TV 2005
Terra Preta: Das schwarze Gold des Amazonas, eine Dokumentation von Peter Adler
Bis vor kurzem galt die "grüne Hölle" am größten Flusssystem der Erdeals urtümliche, seit Jahrtausenden scheinbar unberührte Landschaft. Doch nicht weit entfernt von Manaus, der Millionenmetropole am Amazonas, fand der brasilianische Archäologe Eduardo Neves kunstvolle Scherben, ganz offensichtlich Relikte einer frühen Zivilisation. Eine Erinnerung an längst vergangene Städte und Reiche? Neves und sein amerikanischer Kollege Jim Petersen glauben, im Urwald auf die Reste großer Dörfer gestoßen zu sein.
Die "Terra preta do Indio", fruchtbarer schwarzer Boden, liegt wie kleine Inseln in dem sonst extrem unfruchtbaren Amazonasgebiet. Überall dort, wo der Regenwald brandgerodet wird, ermöglicht die Asche nur kurzzeitig Ackerbau. Schnell ist der Boden ausgelaugt, die teure Bewirtschaftung mit Kunstdüngern können sich die Farmer nicht leisten. Sie brennen stattdessen immer neue Waldflächen nieder - ein Teufelskreis.
Agrarwissenschaftler und Bodenkundler sind sich inzwischen sicher, dass "Terra Preta" von Menschenhand geschaffen wurde - doch wie? Darum geht es bei dem "Terra Preta Nova"-Projekt, an dem die Wissenschaftler weltweit in ihren Labors und auf Versuchsfeldern experimentieren. Denn eine kombinierte Düngung mit Holzkohle, Biomasse und Kompost könnte aus eigentlich unfruchtbaren Böden blühende Landschaften machen und damit entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung armer Regionen beitragen sowie die weitere Zerstörung der Regenwälder verhindern.
Weitere Literatur hier
www.terra-preta.de/