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The smoky God Teil 1 u. 2 |
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SHANA schrieb:
Liebe Evelyn,
die Übersetzung:
http://home.datacomm.ch/j.wehner/erde/index.html
DER IN EINE FEUERWOLKE GEHÜLLTE GOTT
(The smoky God)
o d e r
Eine Reise zur inneren Welt.
von Willis George Emerson


"Er ist der Gott, der sich im Zentrum befindet, im Mittelpunkt
der Erde und er ist allen Menschen der Erklärer der Religion"
Plato
T e i l 1
Vorwort des Verfassers
Ich fürchte, daß man die anscheinend unglaubliche Geschichte, die ich hier erzählen will, eher für das Produkt eines verdrehten Intellekts hält, vielleicht verstärkt durch den Zauber der Enthüllung eines wundersamen Mysteriums, als für eine wahrheitsgetreue Wiedergabe eines beispiellosen Erlebnisses berichtet von einem gewissen Oaf J a n s e n, dessen beredter Wahnsinn so auf meine Phantasie wirkte, daß jeder Gedanke an eine analytische Kritik ausgeschaltet wurde. Marco Polo würde sich bei der eigenartigen Geschichte, die ich hier wiederzugeben habe, bestimmt unruhig im Grabe hin und her drehen, einer Geschichte, die so wunderbar ist wie ein Märchen von Münchhausen. Auch ist es widersinnig, daß ich, ein Zweifler, derjenige sein muß, der die Geschichte Olaf Jansens wiedergibt. Olaf Jansen, ein Name den der Welt nun zum ersten Mal bekanntgemacht wird, der aber von nun an unter die Namhaftesten gerechnet werden muß. Ich bekenne offen, daß seine Darlegungen keinen Raum für eine vernünftige Analyse bieten, sondern sich mit dem tiefen Mysterium befaßt, das den gefrorenen Norden umgibt, der jahrhundertelang die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern und Laien gleichermaßen auf sich zog. Wie sehr sie sich auch von den kosmographischen Manuskripten der Vergangenheit unterscheiden mögen, so kann man sich darauf verlassen, daß Olaf Jansen diese Dinge mit seinen eigenen Augen gesehen hat. Hunderte von Malen habe ich mich gefragt, ob es möglich ist, daß die Geographie der Erde unvollständig ist und daß die aufsehenerregende Erzählung Jansen beweisbare Tatsachen aussagt. Der Leser mag imstande sein, diese Fragen zu, seiner eigenen Zufriedenheit zu beantworten unabhängig davon, inwieweit der Chronist dieser Erzählung selbst zu einer Überzeugung gekommen ist. Dennoch bin ich sogar manchmal nicht sicher, ob ich von einer abstrakten Wahrheit eines genialen Aberglaubens per ignes fatui entfernt gewesen bin oder ob bisher akzeptierte Tatsachen letztenendes auf Irrtümern beruhen. Es könnte sein, daß die wirkliche Heimat Apollos nicht Delphi war, sondern in diesem älteren Erdzentrum, von dem Plato spricht wenn er sagt: "Apollos wirkliche Heimat ist unter den Hyperboräern, in einem Land ewigen Lebens von dem die Legende uns erzählt, daß zwei Tauben sich von den entgegengesetzten Enden der Welt in dieser schönen Gegend begegneten, der Heimat Apollos, auf einer Insel im Ozean geboren, die weit hinter dem Nordwind lag". Es ist weder meine Absicht mich in eine Diskussion über die Theogonie der Gottheiten noch in eine Kosmogonie der Welt zu stürzen. Meine einfache Pflicht ist es, die Welt mit einem bislang unbekannten Teil des Universums bekanntzumachen, wie sie von Olaf Jansen, dem alten Norsen, gesehen und beschrieben wurde. Das Interesse an der Nordpolerforschung ist international. Elf Nationen haben zu der gefährlichen Arbeit beigetragen, der Erde übriggebliebenes kosmologisches Mysterium zu lösen. Es war gerade 2 Uhr morgens, als ich durch das kräftige Läuten meiner Haustürglocke aus einem geruhsamen Schlaf geweckt wurde. Der frühzeitige Störenfried war ein Bote, der eine fast unleserlich gekritzelte Mitteilung von einem alten Normannen namens Olaf Jansen überbrachte. Nach langem Entziffern verstand ich, daß auf dem Blatt stand: "Ich bin sterbenskrank, komm". Der Ruf war imperativ und ich zögerte nicht lange, ihm zu folgen. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle einfügen, daß Olaf Jansen ein Mann ist, der vor kurzem seinen 95. Geburtstag feierte und während der letzten 6 Jahre allein in einem unauffälligen Bungalow in Glendaleway lebte, unweit vom Geschäftsviertel Los Angeles in Californien entfernt. Es war vor kaum 2 Jahren, als ich mich eines Nachmittags bei einem Spaziergang von Olaf Jansens Haus und seiner anheimelnden Umgebung angezogen fühlte und seinem Eigentümer und Bewohner, den ich später als einen Bekenner der alten Odin und Thor Lehre kennenlernte. Es war eine Sanftheit im Gesicht und ein freundlicher Ausdruck in den hellgrauen Augen dieses Mannes, der mehr als 4 x 20 und zehn Jahre gelebt und obendrein einen Ausdruck von Einsamkeit hatte, der meine Symphatie ansprach. Leicht nach vorn gebeugt und die Hände auf dem Rücken gefaltet, lief er mit langsamen und gleichmäßigen Schritten an dem Tage, an dem wir uns zum ersten Mal trafen, hin und her, ich kann fast nicht sagen, was mich dazu bewegte, meine Spaziergang zu unter brechen und ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Er schien erfreut zu sein, als ich die Schönheit seines Hauses, den wohlgepflegten Weinstock und die Blumen, die sich nebeneinander Fenstern, dem Dache und in der großen Veranda hinstreckten, bewunderte. Ich entdeckte bald, daß mein neuer Bekannter kein gewöhnlicher Mann, sondern tiefschürfend und erstaunlich gelehrt war, ein Mann, der in den späteren Jahren seines langen Lebens sich tief in Büchern vergraben hatte und in der Kraft meditativer Stille erstarkt war. Ich ermunterte ihn zu sprechen und erfuhr bald, daß er nur etwa sechs bis sieben Jahre in Südkalifornien wohnte, aber dutzende von Jahren, an den Küsten Norwegens gewesen, in der Gegend der Lofoten-Inseln, von denen aus er Fahrten noch weiter nördlich als nach Spitzbergen und sogar den Franz-Josef-Inseln unternommen hatte. Als ich mich verabschiedete, schien er mich ungern gehen zu lassen und bat mich, wiederzukommen. Obwohl ich mir seinerzeit nichts dabei dachte, erinnere ich mich, daß er eine eigenartige Bemerkung machte als ich beim Abschied meine Hand ausstreckte: "Werden Sie wiederkommen? fragte er, "ja, Sie werden eines Tages wiederkommen, ich glaube es bestimmt. Ich werde ihnen meine Bibliothek zeigen und Ihnen Dinge erzählen, die Sie nie erträumt haben, Dinge, so wunderbar das es möglich ist, daß Sie mir diese nicht glauben". Ich versicherte ihm lachend, daß ich nicht nur wiederkommen würde, sondern bereit wäre alles zu glauben, was immer er mir von seinen Reisen und Abenteuern zu erzählen habe. In den folgenden Tagen wurde ich mit Olaf Jansen gut bekannt und er erzählte mir seine Geschichte Stück für Stück, eine Geschichte, so wunderbar, daß ihre Verwegenheit selbst Vernunft und Glauben fordert. Der alte Normanne sprach mit derart großem Ernst und solcher Aufrichtigkeit. daß ich von seinen seltsamen Erzählungen gefesselt war. Dann kam der Bote in jener Nacht und innerhalb einer Stunde war ich in Oaf Jansens Bungalow. Er war wegen des langen Wartens sehr ungeduldig, obwohl ich unmittelbar gekommen war. "Ich muß mich beeilen rief er aus, während er meine Hand zum Gruß ergriff. "Ich habe Ihnen viel zu erzählen, wovon Sie nichts wissen und vertraue es niemandem außer Ihnen an. Es ist mir völlig klar," fuhr er hastig fort, "daß ich die Nacht nicht überleben werde. Die Zeit, die mich mit meinen Vätern im großen Schlaf vereinigt, ist gekommen''. Ich schüttelte seine Kissen auf, machte es ihm etwas bequemer und versicherte ihm, daß ich bereit sei, in jeder Beziehung zu Diensten zu sein, denn ich begann, den Ernst seines Zustandes zu begreifen. Die vorgerückte Stunde, die Stille der Umgebung, das unheimliche Gefühl, mit dem sterbenden Mann allein zu sein zusammen mit seiner sonderbaren Geschichte, ließ mein Herz schnell und laut schlagen mit einem Gefühl, das ich nicht beschreiben kann. Es ist in dieser Nacht wirklich geschehen, daß ich bei des alten Normannen Couch des öfteren und viele Male vor dem ein Gefühl fast wie eine Überzeugung von meiner ganzen Seele Besitz ergriff, daß ich nicht nur daran glaubte, sondern auch die fremden Länder sah, die fremden Menschen und die fremde Welt, von der er sprach und daß ich glaubte, den mächtigen Orchesterchor von tausend fröhlichen Stimmen zu hören. Über zwei Stunden lang schien er fast übermenschliche Kraft zu haben. Er sprach schnell und offenbar vernünftig. Schließlich übergab er mir einige Daten, Zeichnungen und alte Landkarten. "Diese", sagte er abschließend, "übergeben ich Ihnen, wenn ich Ihr Versprechen haben darf, daß Sie diese der Nachwelt übergeben, werde ich glücklich sterben, weil ich wünsche, daß die Menschheit die Wahrheit erfährt, denn damit ist das ganze Mysterium des gefrorenen Nordens erklärt. Sie haben nicht zu befürchten, daß Sie das Schicksal erleiden werden, das ich erlitt. Man wird Sie nicht in Ketten legen, noch wird man Sie in eine Irrenanstalt schaffen, denn Sie erzählen ja nicht Ihre eigene Geschichte, sondern die meinige, und ich werde, Dank sei den Göttern Odin und Thor, in meinem Grabe sein und so außer Reichweite der Ungläubigen, die mich verfolgen würden". Ohne an die weittragenden Folgen, die das Versprechen mit sich brachte, zu denken, oder die vielen schlaflosen Nächte voraussehend, die diese Verpflichtung mir seitdem gebracht hat, gab ich ihm meine Hand und damit mein Versprechen, seinen letzten Wunsch getreu auszuführen. Als die Sonne weit östlich über den Gipfeln des San Jacinto aufging, hauchte Olaf Jansen, der Seefahrer, der Entdecker und der Anbeter von Odin und Thor, der Mann, dessen Erlebnisse und Reisen, wie geschildert, ohnegleichen sind in der ganzen Weltgeschichte, seinen Geist aus und ich war mit dem toten Mann allein. Und nun, als ich diesem fremden Mann der Lofoten Inseln, des hohen Nordens, diesem mutigen Erforscher der Eisregionen, der in seinen späteren Jahren (vom 4. Lebensjahrzehnt an) im sonnenbegünstigten Kalifornien ein Asyl ruhigen Friedens gesucht, die letzte traurige Ehre erwiesen hatte, will ich versuchen, seine Geschichte zu veröffentlichen. Zuvor aber sei es mir gestattet, die eine oder andere Überlegung auszusprechen. Eine Generation folgt der anderen, Traditionen werden aus dunkler Vergangenheit vom Vater auf den Sohn übertragen. Aus irgendeinem mysteriösen Grund aber läßt das Interesse für das eisversiegelte Unbekannte nicht nach mit den fliehenden Jahren, weder in den Gehirnen der Ungebildeten noch denen der Gebildeten. In jeder neuen Generation werden die Herzen der Menschen erneut von einem ruhelosen Impuls bewegt, die Schleier über der Zitadelle der Arktik der Region des stillen Schweigens, dem Land der Eisberge der kalten Wassermassen und den seltsamen warmen Winden zu lüften. Die gebirgigen Eisberge begegnen wachsendem Interesse und wunderliche Spekulationen werden angestellt um den Gravitationschwerpunkt der Erde, um die Wiege der Gezeiten, um die Kinderstuben der Wale, um die Stellen, an denen die magnetische Nadel verrückt spielt, um die Erleuchtung der Nacht von der Aurora Borealis und wohin sich tapfere und mutige Geister aller Generationen wagen, den Gefahren des "äußeren Nordens" trotzend. Eines der besten Werke der letzten Jahre ist das Buch "Das gefundene Paradies oder die Wiege der menschlichen Rasse am Nordpol", von William F.Warren. In seinem sorgfältig vorbereiteten Werk hat Mr. Warren sich fast den Fuß an der Wahrheit gestoßen, er verfehlte sie anscheinend nur um Haaresbreite, wenn des alten Normannen Eröffnungen wahr sind. Dr. Orville L.ivingston Leech, ein Wissenschaftler, sagt in einem vor kurzem veröffentlichten Artikel: "Die Möglichkeit eines Landes im inneren Der Erde kam mir zum ersten Mal zum Bewußtsein, als ich einen Geoid am Strande des Großen Sees aufhob. Ein Geoid ist ein runder und offenbar solider Stein, wenn man ihn aber aufbricht, zeigt sich, daß er hohl und von Kristallen beschichtet ist. Die Erde ist nur ein größerer Geoid und das Naturgesetz, das den Geoid in seiner Hohlform schuf, hat ohne Zweifel die Erde in derselben Art geschaffen". Zu der von mir hier übermittelten Geschichte, wie Olaf Jansen sie mir erzählte mit Manuskripten, Landkarten und groben Zeichnungen belegt, die er mir zu treuen Händen übergab, möge ein passendes Zitat als Einführung dienen. "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde und die Erde war ohne Form und leer.. Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, also auch in den materiellen Dingen muß der Mensch Gott gleich sein, denn er wurde nach dem Bilde des Vaters geschaffen. Ein Mann baut ein Haus für sich und seine Familie. Die Vorhalle und Veranda sind außerhalb und von zweitrangiger Bedeutung. Das Gebäude wird doch um der im Hause gelegenen Einrichtungen willen errichtet. Olaf Jansen macht durch mich, ein bescheidenes Instrument, die aufsehenerregende Bekanntmachung, daß Gott in der selben Weise die Erde geschaffen hat um des "Darinnens" willen, das heißt um seiner Länder, Seen, Flüsse, Gebirge, Wälder und Täler und anderer innerer Einrichtungen willen, während die äußere Oberfläche nur die Vorhalle ist, die Veranda, auf der alles im Vergleich zum inneren spärlich wächst und gedeiht, wo sich wie z.B. die Flechten am Berghang um der nackten Existenz willen festkrallen. Nehmen Sie eine Eierschale und entfernen Sie an jedem Ende ein Stück in der Größe einer Bleistiftspitze, blasen Sie es aus und Sie haben eine genaue Darstellung von Olaf Jansens Erde vor sich. Die Entfernung von der inneren zur Aussenoberfläche beträgt nach Olaf Jansen ungefähr 3oo Meilen. Das Zentrum der Schwerkraft ist nicht im Mittelpunkt der Erde, sondern in der Mitte der Schale oder Kruste. Wenn also der Durchmesser der Erdkruste oder Schicht 3oo Meilen ist, dann liegt das Nordpol-Zentrum der Schwerkraft 15o Meilen unter der Oberfläche. Die Arktikforscher erzählen uns in ihren Bordbüchern vom hoch- und niedergehen der Nadel, wie es Segelschiffe in den Regionen des höchsten Nordens kennen. In Wirklichkeit sind sie in der Kurve, am Rande der Kruste, wo die Schwerkraft mathematisch zunimmt und während der elektrische Strom sich offenbar in den Raum ergießt in Richtung der Phantom-Idee des Nordpols, fällt doch dieser elektrische Stromimpuls zurück und setzt seinen Kurs in südlicher Richtung fort der inneren Oberfläche der Erdkruste entlang. Im Nachwort zu diesem Werk führt Capitän Sabine eine Reihe von Experimenten an, wie man die Beschleunigung des Pendels in den verschiedenen Breiten bestimmt. Es scheint das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit Pearys und Sabines zu sein. Er sagt:"Die zufällige Entdeckung, daß ein Pendel von Paris in die Nähe des Äquators gebracht seine Schwingungsfrequenz erhöhte, wurde zum ersten Schritt unseres gegenwärtigen Wissens, daß die polare Achse der Erde geringer ist als die äquatoriale, daß die Schwerkraft auf der Erdoberfläche vom Äquator zu den Polen hin fortwährend zunimmt." Nach Olaf Jansen war diese Welt am Anfang ausschließlich für die "Innenwelt" geschaffen, dort, wo sich die vier großen Ströme befinden - der Euphrat, der Pison, der Gihon und der Kiddekel. Wenn dieselben Namen der Flüsse gebraucht werden, die auf der Aussenseite der Erdoberfläche fliessen, sind sie rein traditionell aus einem Vorzeithintergrund der Menschheitserinnerung herzuleiten. Olaf Jansen, der Normanne, gibt an, auf dem Gipfel eines hohen Berges in der Nähe des Urquells dieser vier Flüsse den lang verlorenen "Garten Eden" den wirklichen Nabel der Erde, wiedergefunden zu haben, und über zwei Jahre dort zugebracht und studiert zu haben und in dessen "Inneren" Land, ein Land wiedererkannt zu haben, überfließend in einem erstaunlichen Pflanzenleben und wimmelnd von riesigen Tieren, ein Land, in dem die Menschen jahrhunderte alt werden nach der Ordnung Methusalems und anderer biblischer Charaktere, ein Gebiet , in dem 1/4 der Innenoberfläche aus Wasser besteht und 3/4 aus Land, in der es große Ozeane gibt und viele Flüsse und Seen, in der die Städte unübertrefflich in Konstruktion und Pracht sind, in dem es Transportmöglichkeiten gibt, die uns so weit voraus sind, wie wir mit unseren letzten Errungenschaften den Einwohnern des dunkelsten Afrikas. Die direkte Entfernung über den Raum hinweg von Innenoberfläche zu Innenoberfläche beträgt ungefähr 600 Meilen weniger als der uns bekannte Erddurchmesser. Im identischen Mittelpunkt dieses Riesenvakuums befindet sich der Sitz der Elektrizität - ein ungeheurer Ball dunkelroten Feuers der nicht blendend glänzt, sondern umgeben ist von einer weißen mild leuchtenden Wolke, eine gleichmäßige Wärme ausstrahlend und vom unveränderlichen Gesetz der Gravitation im Zentrum dieses innerlichen Raumes gehalten wird. Diese elektrische Wolke ist den Menschen drinnen als der "Rauchgott" bekannt. Sie glauben, daß es der Thron des "Allerhöchsten" ist. Olaf Jansen erinnerte mich daran, wie wir in unseren längst vergangenen Schultagen alle vertraut waren mit Laborversuchen zentrifugaler Bewegung, die klar bewies, daß, wenn die Erde nicht ein fester Körper wäre, durch die Geschwindkeit ihrer Axumdrehung in tausend Stücke zerrissen werden würde. Der alte Norse verwies auch darauf, daß jährlich Gruppen von Wildgänsen beobachtet würden, die von dem äußersten Landpunkt der Insel von Spitzbergen und Franz-Josef-Land aus weiter nach Norden fliegen, genau das, was auch Matrosen und Forscher in ihren Bordbüchern berichten. Bis jetzt war noch kein Wissenschaftler kühn genug, einen Erklärungsversuch zu wagen, nicht einmal zu seiner eigenen Zufriedenstellung, zu welchen Ländern dieses geflügelte Federwild von seinem feinen Instinkt geleitet, geführt wird. Olaf Jansen jedoch gab uns eine sehr vernünftige Erklärung. Die Tatsache eines offenen Meeres im Norden ist auch geklärt. Olaf Jansen gibt an, daß die nördliche Öffnung, der Eingang oder auch das Loch, um es so zu nennen, ungefähr 1400 Meilen überspannt. Lassen Sie uns im Zusammenhang damit lesen, was Forscher Nansen auf Seite 288 seines Buches darüber schreibt: "Ich bin nie so herrlich gesegelt, nach Norden, stetig nach Norden, mit gutem Wind, so schnell wie Dampf und Segel uns bewegen konnten, ein offenes Meer, Meile um Meile, Wacht um Wacht, durch diese. unbekannten Gebiete, immer freier werdend von Eis, man war versucht zu sagen: wie lange wird es währen? Das Auge nach Norden gerichtet auf der Brücke hin und hergehend. Es ist ein Spähen in die Zukunft. Vor uns liegt immer derselbe dunkle Himmel, das bedeutet das offene Meer". Auch die Norwood Revue von England berichtet in ihrer Ausgabe vom 10.Mai 1884: "Wir bestätigen nicht, daß das Eis bis hinauf zum Pol geht - wenn man einmal durch die große Eisbarriere hindurch gebrochen ist, erschließt sich dem Forscher eine neue Welt. Das Klima ist milde wie das Englands und später balsamgleich wie die griechischen Inseln". Einige der Flüsse "drinnen", sagt Olaf Jansen, sind größer als unser Missisippi und Amazonas zusammengenommen in Bezug auf ihr Wasservolumen. Ihre Größe liegt tatsächlich in der Breite und Tiefe mehr als in ihrer Länge. An den Mündungen dieser mächtigen nord- und südwärts strömenden Flüsse an der Innenseite der Erde entlang findet man Mammut-Eisberge, einige von ihnen bis zu 15 - 20 Meilen breit und 40 - 100 Meilen lang. Ist es nicht eigenartig, daß man weder in der Arktis noch der Antarktis je einem Eisberg begegnete, der nicht aus Süßwasser bestand? Moderne Wissenschaftler geben an, daß das Frieren das Salz ausscheidet, aber Olaf Jansen ist anderer Meinung. Alte hinduistische, japanische, chinesische Schriften sowie die Hieroglyphen ausgestorbener Rassen des nordamerikanischen Kontinents von dem Brauch der Sonnenanbetung sprechen und es wäre im aufsehenerregenden Lichte von Olaf Jansens Enthüllung möglich anzunehmen, daß die Völker der inneren Weit vom Schimmer der Sonne wenn ihre Strahlen entweder durch die nördliche oder südliche Öffnung auf die innere Oberfläche fielen, unzufrieden wurden mit ihrem "Rauchgott" der großen Säule oder Mutterwolke von und ihrer fortwährenden Milde und angenehmen Atmosphäre dem helleren Licht nicht folgten und schließlich geleitet wurden über den Eisgürtel und sich über die "äußere" Erdoberfläche verbreiteten durch Asien, Europa, Nordamerika und später Afrika, Australien und Südamerika. Das folgende Zitat ist bezeichnend: Es ergibt sich, daß der Mensch aus einem noch unbekannten Muttergebiet hervorging. Eine ganze Reihe von Erwägungen aber deuten darauf hin, dass sich dies Mutterland des Menschen im Norden befindet und er in verschiedenen Richtungen auswanderte und seine sich stetig von Nord nach Süd bewegt haben. le Marquise G. de Saporta in Popular Science Monthly, Oktober 1883, Seite 753. Es ist eine merkwürdige Tatsache, daß die grösse der menschlichen Gestalt abnimmt, sowie man sich dem Äquator nähert. Die Patagonier in Südamerika jedoch sind wahrscheinlich die einzigen Ureinwohner aus dem Erdinnern, die durch die Öffnung, in der Regel der Südpol genannt, herauskamen. Sie werden Riesen genannt. Olaf Jansen behauptet, daß die Welt am Anfang vom großen Architekten des Universums geschaffen wurde und daß der Mensch auf ihrer "Innenoberfläche" leben sollte. Dies ist von eh und je die Wohnstatt der "Auserwählten" gewesen. Diejenigen, die aus dem "Garten Eden" vertrieben wurden brachen ihre historische Verbindung mit ihnen. Die Geschichtsüberlieferung der Völker von "drinnen" enthält eine Erzählung, die von der Sage von Noah und der Arche berichtet, mit der wir vertraut sind. Er segelte wie Columbus von einem bestimmten Hafen ab zu einem fremden Lande, von dem er gehört hatte weit im Norden und nahm mit sich allerlei Arten von Tieren des Feldes, Vögel des Himmels. Danach hat man von ihm nie wieder etwas gehört. An den nördlichen Grenzen Alaskas und mehr noch an den Sibirischen Küsten befinden sich Knochenberge, die Stoßzähne von Elefanten in großen Mengen enthalten, daß man an Beerdigungsstätten der Vorzeit denkt. Nach Olaf Jansens Bericht können diese aus dem großen fruchtbaren Tierleben stammen, von dem es in den Feldern und Wäldern und an den Stränden der zahllosen Flüsse der inneren Welt wimmelt. Das Material wurde von Ozeanströmungen erfaßt oder auf Eisschollen getragen und wie Treibholz an der Sibirischen Küste angesammelt. Dies geschieht schon unendlich lange und daher diese mysteriösen Knochenberge. Zu diesem Gegenstand sagt W.F. Warren auf Seite 297 und 298 in seinem schon einmal erwähnten Buch: "Die arktischen Felsen berichten von einem wunderbaren verlorenen Atlantis, schöner als in Platos Beschreibung. Die versteinerten Elfenbein-Ablagerungen übertreffen alles in dieser Art in der Welt gefundene. Seit den Tagen Plinys wurden sie unentwegt ausgebeutet und sind immer noch die Hauptgewinnquelle. Die Mammut-Überreste sind so reichlich, daß, wie Gratacap es ausdrückt die nördlichen Inseln Sibiriens auf Knochenhaufen aufgebaut scheinen. Ein anderer wissenschaftlicher Schriftsteller drückt sich über die Inseln von Neu-Sibirien nördlich der Mündung des Lena-Stromes folgendermaßen aus. "Große Mengen Elfenbein werden jedes Jahr aus der Erde gegraben. Es ist in der Tat so, daß man annimmt, daß einige Inseln nichts anderes sind als eine Ansammlung von zusammengefrorenem Treibholz Mammutkörpern und anderer voreiszeitlichen Tieren. Man kann daraus schließen, daß seit der russischen Eroberung von Sibirien noch brauchbare Stoßzähne von mehr als 20.000 Mammuten gesammelt worden sind. Jetzt aber zur Geschichte Olaf Jansens. Ich gebe sie im einzelnen wieder wie er sie selbst im Manuskript abgefaßt und in die Erzählung eingefügt hat, genau dort, wo er sie setzte, sind bestimmte Fußnoten angebracht, aus den neuesten arktischen Forschungsberichten. Es ist durchaus zu ersehen, wie sorgfältig der alte Norse die Erfahrungen anderer, Reisender zum gefrorenen Norden verfolgte und mit den seinigen verglich.
So schrieb der Anhänger von Odin und Thor:
T e i l 2
Olaf Jansens Geschichte
Mein Name ist Olaf Jansen. Ich bin Norweger obwohl ich in der kleinen russischen Hafenstadt Uleaborg geboren wurde, die an der Ostküste des Golfes von Bothnia, dem nördlichen Arm des Baltischen Meeres liegt. Meine Eltern fischten im Golf von Bothnia und legten in der russischen Stadt Uleaborg zum Zeitpunkt meiner Geburt an. Dies war am 27.Oktober 1811. Mein Vater Jens Jansen wurde in Rodwig an der Skandinavischen Küste, in der Nähe der Lofoten Inseln geboren, zog aber nach seiner Heirat nach Stockholm, weil die Verwandten meiner Mutter in dieser Stadt wohnten. Als ich 7 Jahre alt war, begann ich meinen Vater auf seinen Fischzügen an der Skandinavischen Küste entlang zu begleiten. schon früh in meinem Leben zeigte ich eine Neigung zu Büchern und wurde im Alter von 9 Jahren in Stockholm auf eine private Schule gegeben. Dort blieb ich bis ich 14 Jahre alt war. Danach begleitete ich regelmäßig meinen Vater auf seinen Fischzügen. Mein Vater war 2.l0 m groß und wog über 95 kg, ein typischer Norse der rauesten Sorte und imstande, mehr Ausdauer aufzubringen als jeder andere Mann, den ich je gekannt habe. Er besaß die Güte einer Frau. Seine Entschlossenheit und Willenskraft aber waren unbeschreiblich. Sein Wille gab sich nie geschlagen. Ich war in meinem 19. Lebensjahr, als wir zur Fahrt aussetzten, die unsere letzte als Fischer sein sollte und die die seltsame Geschichte ergab, die der Welt übermittelt werden soll - aber erst wenn ich meine irdische Pilgerreise beendet haben werde. Ich wage es nicht, die Tatsachen während Meines Lebens so zu veröffentlichen, wie ich sie kenne, aus Angst vor weiterer Demütigung, Haft und weiterem Leiden. Ich wurde in Eisen gelegt vom Kapitän des Walfischbootes, das mich rettet, um keiner anderen Ursache willen, als daß ich die Wahrheit über die wunderbaren Entdeckungen erzählte, die mein Vater und ich gemacht hatten. Dies war aber noch lange nicht das Ende meiner Qualen. Nach einer Abwesenheit von 4 Jahren und 8 Monaten erreichte ich Stockholm wieder, nur um zu erfahren, daß meine Mutter 1 Jahr davor gestorben war. Ihr Eigentum, das den Verwandten meiner Mutter überlassen war, wurde mir sofort übergeben. Alles wäre in Ordnung gewesen, wenn ich imstande gewesen wäre, die Geschichte unseres Abenteuers und den schrecklichen Tod meines Vaters aus meinem Gedächtnis zu verbannen. Schließlich erzählte ich meinem Onkel Gustav Osterlind, einem Mann von ziemlichem Vermögen, meine Geschichte bis in alle Einzelheiten und bedrängte ihn, eine Expedition für mich auszurüsten, damit ich eine erneute Reise in das sonderbare Land unternehmen könnte. Zuerst schien es, als ob er meinem Vorhaben geneigt wäre. Er zeigte sich interessiert und schlug mir vor, zu gewissen Amtsstellen zu gehen und ihnen die Geschichte unserer Reise und Entdeckungen zu erklären. Stellen Sie sich meine Enttäuschung und meinen Schrecken vor, als ich meinen Bericht zu Ende gebracht hatte, gewisse Papiere von meinem Onkel unterschrieben wurden und ich, ohne eine Ahnung oder Warnung festgenommen und in die trübe und furchtbare Haft eines Irrenhauses gebracht wurde. Dort blieb ich 28 Jahre lang - lange ermüdende, schreckliche Leidensjahre. Ich hörte nie auf damit zu erklären, daß ich gesund sei und gegen das Unrecht meiner Inhaftierung zu protestieren. Endlich wurde ich am 17. Oktober 1862 entlassen. Mein Onkel war tot und die Freunde meiner Jugend, alle Freunde. Ja, ein Mann, der über 50 Jahre alt, und dessen einzige persönliche Rufzeichnung die eines Irren ist, hat keine Freunde. Ich wußte nicht, wie ich mich erhalten sollte. Instinktiv aber ging ich zum Hafen, in dem eine große Anzahl von Fischerbooten vor Anker lagen und innerhalb einer Woche fuhr ich zu einem langen Fischfang zu den Lofoten - Inseln mit einem Fischer namens Jan Hansen aus. Meine langen Jahre früheren Trainings erwiesen sich hier als besonderer Vorteil, besonders, weil ich mich dadurch nützlich machen konnte. Dies war der Anfang einer langen Reihe von Fischzügen und bei sparsamem Leben war es mir möglich, es zu einem eigenen zweimastigen Fischerboot zu bringen. Siebenundzwanzig Jahre lang, ging ich als Fischer zur See. Fünf Jahre lang arbeitete ich für andere, 22 Jahre lang für mich selbst. Während all dieser Jahre habe ich so fleißig Bücher studiert ebenso wie ein Schwerarbeiter zu meinem Nutzen, ich nahm mich aber sehr in acht, die Geschichte der Endeckung, die mein Vater und ich gemacht haben, jemals zu erwähnen. Selbst in dieser letzten Zeit noch würde ich Angst haben, wenn jemand sehen oder wüßte, was ich hier schreibe und die Aufzeichnungen und Landkarten, die in meinem Besitz sind, entdeckte. Wenn meine Erdentage vorüber sind, werde ich die Aufzeichnungen und Landkarten zurücklassen und hoffe, daß sie die Menschheit aufklären und ihr zum Segen sein möge. Die Erinnerungen an meine lange Haft mit Wahnsinnigen und all die schrecklichen Qualen und Leiden sind so lebendig, daß ich nicht wage, ein weiteres Risiko einzugehen. Im Jahre 1889 verkaufte ich meine Fischerboote und errechnete, daß ich genug Vermögen erspart hatte, mich für den Rest meines Lebens zu versorgen. Dann ging ich nach Amerika. Ein dutzend Jahre lang war mein Zuhause in Illinois in der Nähe von Batavia. Dort erstand ich die meisten Bücher meiner jetzigen Bibliothek, obwohl ich auch eine Reihe ausgesuchter Bände von Stockholm mitbrachte. Später kam ich nach Los Angeles, wo ich am 4.März 1901 ankam. Ich erinnere mich des Datums gut, weil es Präsident Mc Kinleys 2. Amtseinführung war. Ich kaufte dies bescheidene Haus und beschloß, hier in Zurückgezogenheit meiner eigenen Wohnung, beschützt vom eigenen Weinstock und Feigenbaum zu leben und mit meinen Büchern, um mich herum Landkarten und Zeichnungen von den neuen Ländern zu machen, die wir entdeckt hatten, und auch die Geschichte vom Zeitpunkt unseres Abschiedes von Stockholm, an bis zu dem tragischen Ereignis das uns im antarktischen Meer trennte, in Einzelheiten wiederzugeben. Ich erinnere mich gut, daß wir Stockholm am 3. April 1829 in unserer Fischerschaluppe südwärts segelnd verließen, die Gotland-Inseln zur linken und die Öland-Inseln zur rechten hinter uns lassend. Einige Tage später gelang es uns Sandhammarpoint zu umsegeln und machten durch den Sund, der Dänemark von der Skandinavischen Küste trennt. Zu gegebener Zeit legten wir in Kristiansund an. Dort ruhten wir uns 2 Tage aus und setzten um die skandinavische Küste herum nordöstlich in Richtung der Lofoten-Inseln aus. Mein Vater war in guter Stimmung wegen der vortrefflichen und erfreulichen Bezahlung die er aus unserem letzten Fang erhielt den er in Stockholm zum Markt brachte, anstatt ihn in einer der Seestädte entlang der skandinavischen Küste zu verkaufen. Er war besonders erfreut über den Verkauf einiger Elefanten-Stoßzähne, die er an der Westküste des Franz-Josef-Landes gefunden hatte bei einer seiner nördlichen Kreuztouren im Jahr davor und gab seiner Hoffnung Ausdruck, vielleicht das Glück zu haben unsere kleine Schaluppe mit Elfenbein anstatt mit Kabeljau, Hering, Makrelen und Lachs zu füllen. Wir legten in Hammerfest am 71. Breitengrad und 41 Minuten an, um uns einige Tage auszuruhen. Wir blieben eine Woche dort, versorgten uns mit Extraproviant und einigen Fässern Trinkwasser und segelten dann in Richtung Spitzbergen. In den ersten Tagen hatten wir offenes Meer und günstigen Wind, dann stießen wir auf viel Eis und viele Eisberge. Ein größeres Boot als unsere kleine Fischerschaluppe hätte seinen Weg nie in das Labyrinth von Eisbergen wagen oder sich durch die gerade noch offenen Kanäle schlängeln können. Diese Ungeheuer boten eine endlose Reihe von Kristall-Palästen, von massiven Kathedralen und phantastischen Gebirgsketten, grimmig, Wachtposten gleich, unbeweglich wie turmhohe Klippen solider Felsen standen sie da wie die schweigende Sphinx, sie widerstanden den unruhigen Wellen einer bewegten See. Wir erreichten Spitzbergen, nachdem wir einige Male knapp davongekommen waren am 23. Juni, und liefen vor Wijade Bay kurz vor Anker, wo wir gute Fänge einbrachten. Wir lösten die Anker und segelten durch die Hinlopen - Meerenge und fuhren die Nord-Ost-Land-Küste entlang. Man wird sich daran erinnern, daß Andree seine fatale Ballonreise von der Nord-West-Küste Spitzbergens aus begann. Ein starker Südwest erhob sich und mein Vater meinte, daß wir uns diesen zunutze machen und versuchen sollten, das Franz-Josef-Land zu erreichen, in dem er ein Jahr vorher zufällig die Elefanten-Stoßzähne gefunden hatte, die er in Stockholm so günstig hatte verkaufen können. Nie vorher oder nachher habe ich so viele Seevögel gesehen. Es waren ihrer so viele, daß sie die Felsen der Küste völlig bedeckten und den Himmel verdunkelten. Mehrere Tage segelten wir an der felsigen Küste des Franz-Josef-Landes entlang. Endlich kam ein günstiger Wind auf der es uns ermöglichte, die Westküste anzupeilen und 24 Stunden später kamen wir an eine wunderschöne Bucht. Man konnte fast nicht glauben, daß man im hohen Norden war. Der Platz war grün bewachsen und, obwohl die Bodenfläche 1-2 Morgen Land nicht überstieg, war die Luft warm und ruhig. Es schien die Stelle zu sein, an der der Einfluß des Golfstromes am meisten spürbar ist. Sir John Barrow sagt in seinem Werk mit dem Titel: "Entdeckungsreise und Forschung in den Arktischen Regionen" auf Seite 57: "Mr. Beechey nimmt Bezug auf das, was oft entdeckt und bemerkt wurde - die Milde der Temperatur an der Westküste von Spitzbergen , man empfindet wenig oder keine Kälte, obwohl das Thermometer nur wenige Grade über dem Gefrierpunkt anzeigt. Man bewundert die leuchtende und lebendige Wirkung eines klaren Tages, wenn die Sonne aus klarem Himmel herniederscheint, dessen azurne Färbung so intensiv ist, daß es keinen Vergleich gibt ausser dem berühmten italienischen Himmel". An der 0stküste waren zahlreiche Eisberge, hier waren wir im offenen Meer. Weit westlich von uns jedoch war Packeis und noch weiter westlich erschien das Eis wie eine Kette niederer Berge. Vor uns und geradeaus nach Norden war das Meer offen. Kapitän Kane, zitiert aus Mortons Journal vom Montag, den 26. Dezember auf Seite 299. "Soweit ich sehen konnte, war der offene Durchgang 15 Meilen breit , gelegentlich durch Stückeis getrennt. Es ist aber nur Kleineis. Ich nehme an daß es entweder nach dem offenen Norden zutreibt oder schmilzt und sinkt, weil ich nichts vor mir im Norden sehen kann". Mein Vater glaubte feurig an Odin und Thor und hatte mir oft erzählt, daß sie von weit hinter dem "NordWind" herkamen. Es gibt eine Überlieferung, sagte mein Vater, daß noch weiter nördlich ein Land liegt, das schöner ist als ein sterblicher Mann je sah und daß dieses von den "Auserwählten" bewohnt wird. In "Deutsche Mythologie" finden wir auf Seite 778 aus der Feder von Jakob Grimm das Folgende: "Dann erbauten die Söhne Thors mitten im Universum die Stadt, genannt Aagard, in der die Götter und ihre Verwandten wohnten. Und von diesem Wohnsitz gingen so viele wunderbare Dinge aus in beiden Richtungen auf Erden und in die Himmel darüber. In dieser Stadt gibt es einen Ort Hlidskjalf genannt und wenn Odin dort auf seinem erhabenen Throne weilt, überblickt er die ganze Welt und nimmt die Taten aller Menschen wahr". Meine jugendliche Phantasie war entzündet an der Hitze, dem Eifer und der religiösen Glut meines guten Vaters und ich rief aus: "Warum segeln wir nicht nach diesem göttlichen Land? Der Himmel ist klar, der Wind günstig und das Meer offen". Jetzt noch sehe ich den Ausdruck freudiger Überraschung auf seinem Gesicht, als er sich zu mir hinwandte und fragte: "Mein Sohn, bist du willens, mit mir zu gehen und zu forschen - weit über das Gebiet hinaus, in das sich jemals ein Mensch wagte?" Ich antwortete zustimmend. "Gut" entgegnete er, "möge der Gott Odin uns behüten", und indem er schnell die Segel setzte, warf er einen Blick auf den Kompass drehte den Bug in die nötige nördliche Richtung durch einen offenen Kanal, und unsere Reise hatte begonnen. Hall schreibt auf Seite 288: "Am 23.1. gingen die beiden Eskimos, begleitet von den zwei Seeleuten nach Cape Lupton. Sie meldeten ein offenes Meer soweit das Auge sehen konnte". Die Sonne war niedrig am Horizont, weil es noch Frühsommer war. Wir hatten in der Tat noch fast 4 Monate vor uns, bevor die Frostnächte wiederkommen würden. Unsere kleine Schaluppe bewegte sich voran, als ob sie ebenso abenteuerlustig wäre wie wir selbst. Innerhalb der nächsten 36 Stunden waren wir außer Sicht des höchsten Punktes der Küstenlinie des Franz-Josef-Landes. Wir schienen in einem starken Nord- bis Nordoststrom zu sein. Weit rechts und links von uns waren Eisberge, aber unsere kleine Schaluppe legte sich in die Meeresenge, passierte Rinnen hinaus ins offene Meer. Rinnen, manchmal so schmal, daß wir, wäre unser Fahrzeug nicht so klein gewesen nie hindurchgekommen wären. Am dritten Tag stießen wir auf eine Insel. Ihre Küsten waren ausgewaschen vom offenen Meer. Mein Vater beschloß an Land zu gehen und für einen Tag zu forschen. Auf diesem neuen Land gab es keine Bäume, aber wir entdeckten große Ansammlungen von Treibholz am Nordstrand. Einige der Stämme waren 12 m lang und 60 cm dick. Greely berichtet uns in Band 1 Seite 100, daß die Herren Connell und Fredrick einen großen Nadelbaum am Strande fanden, gerade über der extra hohen Wassermarkierung. Er hatte einen Umfang von 75 cm und war etwa 9 m lang und war offensichtlich im Zeitraum von 2 Jahren von der Strömungen dorthin getragen worden. Ein Teil davon wurde als Feuerholz abgeschnitten und zum ersten Male gab ein helles fröhliches Lagerfeuer, und den Menschen Behaglichkeit. Nach einer Tagesuntersuchung des Küstenstriches dieser Insel hoben wir die Anker und drehten unseren Bug nordwärts in ein offenes Meer. Dr. Kane sagt auf Seite 379 seiner Werke: "Ich kann mir nicht vorstellen, was aus dem Eis wird. Ein starker Strom treibt fortwährend nordwärts, aber von Höhen über 150 m aus sah ich nur schmale Streifen von Eis mit großen Flächen offenen Wassers zwischen 10 bis 15 Meilen breit zwischen ihm. Es muß entweder in einen offenen Raum im Norden verschwinden oder sich auflösen !" Ich erinnere mich, daß weder mein Vater noch ich fast 30 Stunden lang etwas gegessen hatten. Vielleicht kam es von der Spannung, der Aufregung über unsere seltsame Reise im Wasser weiter nördlich, wovon mein Vater sagte, daß noch nie jemand hier gewesen sei. Aktives Denken hatte die Forderung körperlicher Bedürfnisse abgestumpft. Anstatt der Kälte, die wir erwartet hatten, war es wirklich wärmer und angenehmer als in Hammerfest an der Nordküste Norwegens ungefähr sechs Wochen früher. Kapitän Peary berichtet von seiner zweiten Reise etwas, das dazu beitragen mag, eine Mutmaßung zu bestätigen, die lange Zeit von einigen aufgestellt wurde, nämlich, daß das Meer am Pol oder in der Polnähe frei von Eis ist.
Am. 2. November sagt Peary: "Der Wind frischt auf zu einem Sturm von Nord nach West, senkte das Thermometer vor Mitternacht um 5 Grad, während eine Zunahme der Windstärke in Melville Island im allgemeinen begleitet wurde von einem damit schritthaltenden Ansteigen des Thermometers bei niedrigen Temperaturen. Könnte das nicht, so fragt er, davon herrühren, daß der Wind über ein offenes Meer weht, aus der Gegend aus welcher der Wind kommt? Und damit zu bestätigen scheint, daß sich am Pol oder in Polnähe ein offenes Meer befindet?" Wir gaben beide offen zu, daß wir großen Hunger hätten und ich machte sogleich ein kräftiges Essen aus unseren nicht geringen. Vorräten. Als wir uns reichlich satt gegessen hatten gestand ich meinem Vater, daß ich gleich einschlafen würde, weil ich anfing, sehr schläfrig zu werden. "Gut" antwortete er, "ich übernehme, die Wache". Ich kann nicht sagen wie lange ich schlief, ich weiß nur, daß ich unsanft erwachte durch eine schreckliche Erschütterung unserer Schaluppe. Zu meiner Überraschung entdeckte ich, daß mein Vater fest schlief. Ich rief ihm laut zu und hochfahrend sprang er schnell auf seine Beine. Es ist Tatsache, daß wenn er nicht augenblicklich die Reling gepackt hätte, er ganz sicher in das siedende Meer geworfen worden wäre. Ein wilder Schneesturm tobte. Der Wind kam genau von hinten, trieb unsere Schaluppe mit großer Geschwindigkeit vorwärts und drohte, uns jeden Augenblick umzuwerfen. Es war keine Zeit zu verlieren. Die Segel mußten sofort eingezogen werden. Unser Boot krümmte sich in Zuckungen. Wir wußten, daß einige Eisberge auf beiden Seiten von uns waren, aber die Rinne vor uns, nach Norden, war glücklicherweise offen. Würde es aber so bleiben? Vor uns lag der Horizont links und rechts von Dunst und Nebel verhüllt, schwarz wie die ägyptische Nacht über der Wasseroberfläche, welche sich schließlich dem Blick nach oben entzog wie eine weiße Dampfwolke und sich mit den großen fallenden Schneeflocken vermischte. Ob sich darunter ein tückischer Eisberg verbarg oder irgend ein anderes verborgenes Hindenis, an dem unsere kleine Schaluppe zerschellen und uns in ein Wassergrab schicken. würde oder ob es nur um die Erscheinung eines arktischen Nebels ging, war unmöglich vorauszusehen. Auf Seite 284 seiner Werke schreibt Hall: " Vom Gipfel des Providence Berges wurde im Norden ein dunkler Nebel gesichtet, der Wasser bedeutete. Um 10 Uhr morgens gingen 3 der Männer (Krüger, Lindemann und Hobby) zum Cape Lupton um, wenn möglich, die Ausdehnung des offenen Wassers zu ermitteln. Bei ihrer Rückkehr meldeten sie mehrere offene Zwischenräume und viel neues Eis, nicht mehr als einen Tag alt, so dünn, daß es leicht von darauf geworfenen Eisstücken zerbrochen werden konnte." Ich weiß nicht, durch welches Wunder wir der völligen Vernichtung entkamen. Ich erinnere mich, daß unser kleines Fahrzeug ächste und stöhnte, als ob seine Gelenke zerbrachen. Es schaukelte und taumelte hin und her, als ob es durch einen furchtbaren Unterwasserstrudel oder Mahlstrom festgehalten wurde. Glücklicherweise war unser Kompass mit langen Schrauben an einem Querbalken befestigt. Der größte Teil unserer Vorräte aber purzelte hinaus und wurde vom Deck der Kutte hinweggefegt. Hätten wir uns nicht gleich vom Anfang an vorsichtiger weise fest an den Mast unserer Schaluppe gebunden gehabt, wären wir in das peitschende Meer gefegt worden. Über dem ohrenbetäubenden Tumult der wütenden Wellen. hörte ich meines Vaters Stimme: "Sei tapfer, mein Sohn, Odin ist der Gott der Wasser, er ist der Begleiter der Tapferen und er ist mit uns. Fürchte dich nicht." Es war mir, als ob es keine Möglichkeit zum Entrinnen gab vor einem schrecklichen Tod. Die kleine Schaluppe lud Wasser. Der Schnee fiel so dicht, daß er fast blind machte und Wellen türmten sich über uns hinweg in rücksichtsloser weiß - gichtiger Gewalt. Man mußte jeden Augenblick damit rechnen, an schwimmendem Packeis zu zerschellen. Die gewaltigen Dünungen hoben uns bis auf die Gipfel bergartiger Wellen und stürzten uns hinab in die Wellentäler, wie wenn unsere Schaluppe eine zerbrechliche Schale wäre. Riesige weißbekappte Wellen umschlossen uns von vorn und hinten wie buchstäbliche Mauern. Diese schreckliche nervenzermürbende Probe mit ihren zahllosen Zweifeln und unbeschreiblicher Todesangst und Furcht dauerte mehr als 3 Stunden. Und während dieser ganzen Zeit wurden wir mit großer Geschwindigkeit vorwärtsgetrieben. Und dann plötzlich, als ob er seiner rasenden Bemühungen müde geworden wäre, begann der Wind nachzulassen und sich nach und nach zu legen. Zum Schluß war es vollkommen still. Der Nebel war ebenfalls verschwunden und vor uns lag eine eisfreie Meeresenge, ungefähr 10 - 15 Meilen breit mit einigen Eisbergen weit weg zu unserer Rechten, unterbrochen durch ein Inselmeer kleinerer Eisberge zur Linken. Ich beobachtete meinen Vater scharf, festentschlossen zu schweigen, bis er sprach. Vorderhand löste er die Seile von seiner Taille und begann ohne Worte, die Pumpen in Betrieb zu setzen, die glücklicherweise nicht beschädigt waren, um die Schaluppe von dem Wasser zu befreien, das sie in der Furie des Sturmes geladen hatte. Er hißte die Segel so ruhig, als ob er ein Fischernetz auswerfen würde und bemerkte dabei, daß wir fertig wären für einen günstigen Wind, wenn er aufkäme. Sein Mut und seine Ausdauer waren wahrhaft bemerkenswert. Beim Nachsehen fanden wir nur noch knapp ein drittel unserer Lebensmittelvorräte vor. Wir entdeckten zu unserer äußersten Bestürzung, daß unsere Wasserfässer bei dem heftigen Hinabstürzen unseres Bootes über Bord gegangen waren. Zwei unserer Wasserfässer waren im Haupthalter, aber beide leer. Wir hatten eine ausreichende Menge an Lebensmitteln, aber kein frisches Wasser. Mir wurde schlagartig die Furchtbarkeit unserer Lage klar. Augenblicklich überfiel, mich ein verzehrender Durst. "Das ist wirklich schlimm", bemerkte mein Vater, laß uns aber unsere beschmutzten Kleider trocknen, denn wir sind bis auf die Haut durchnäßt. Vertraue auf den Gott Odin, mein Sohn, und gib die Hoffnung nicht auf. Die Sonne schien so schräg herab, als ob wir uns auf einem südlichen Breitengrad befänden anstelle des hohen Nordens. Sie beschrieb ihre Bahn immer sichtbar und stieg täglich höher und höher, indem sie durch die Wolken sah wie ein verdrießliches Auge des Schicksals. Sie beschaute das mysteriöse Nordland und wachte eifersüchtig über die Streiche des Menschen, die Eisberge weit zu unserer Rechten. Man sah ein Panorama von Feuerwerk zahlloser Farben und Formen, während man darunter ein grünes Meer sah und darüber den purpurnen Himmel. weiter nach Teil 3
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Ab 1.4.2008 :

Ab 24.10.2009 :

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